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Dass Asterix das Zeug hat, weit vorne zu laufen, hatte er ja schon bei der BGH 1 in Österreich bewiesen. Diesmal aber übertraf er sogar meine Erwartungen. Ausgerechnet bei meiner 13. Gehorsamsprüfung bescherte er mir ein Traumergebnis: Volle Punktzahl in meiner Lieblingsdisziplin Unterordnung!!!
Wegen des Schemalaufens hatte ich mir nie Sorgen gemacht. Dafür hatte ich wochenlang gezittert und gebebt, wie ich mit meinem halbstarken Pöbler jemals den Verkehrtsteil der BH überstehen soll. Du liebe Güte, was wäre, wenn er es erst gar nicht bis zur Unterordnung schaffen, sondern schon vorher bei der Unbefangenheits- probe
Ob dieser Gedankengänge war ich also schon vor Prüfungsantritt mit den Nerven am Ende, zu allem Überfluss kündigte sich eine Migräneattacke an und mein Kreislauf war derart am Boden, dass ich mich erst einmal mit einer Ladung Kopfschmerz- und Vitamintabletten und einer Elefantendosis Koffein zum Leben erwecken musste. Und meine schlimmen Vorahnungen, dass alles schief laufen würde, schienen sich auch sofort zu bewahrheiten:
Meine Prüfungspartnerin (die ich allerdings auch nur einmal getroffen hatte) war überraschend ausgefallen und wir wurden stattdessen ausgerechnet dem Rüden zugeteilt, mit dem sich Asterix beim letzten Training hatte anlegen wollen. Zum Glück hatte mein Bub die Disziplinarmaßnahmen noch in guter Erinnerung und zog es nachher wohlweislich vor, den Rüden in meinem Beisein demonstrativ zu ignorieren.
Der GAU sollte uns gleich bei der Unbefangenheitsprobe ereilen. Nach der Identitätskontrolle sagte Leistungsrichter Wendelin Gutheil nämlich einen Slalom aller Prüfungshunde an! Mir rutschte das Herz in die Hose, ist doch mein Bub gegenüber anderen Hunden nicht immer ein Gentleman und hier hatten wir es auch noch mit lauter fast unbekannten Artgenossen zu tun. Es half alles nichts. Nach dem Motto „Augen zu und durch!“ raste ich mit fliegenden Fahnen und einem wenig begeisterten Asterix im Schlepptau durch die Hundereihe. Als schließlich die anderen Prüflinge an uns vorbei zogen, drohte ich Asterix für den Fall einer Verfehlung die schrecklichsten Folterqualen an. Dies nahm sich der Bub zutiefst zu Herzen, er benahm sich tadellos und wir wurden dann tatsächlich zur Unterordnung zugelassen…
Bei der Anmeldung auf dem Platz verhielt sich Asterix gegenüber seinem Prüfungspartner neutral und freute sich schon sichtlich aufs „Arbeiten“. Seine gute Laune ließ er sich von mir hypernervösem Frauchen nicht verderben. Er zeigte sich auch diesmal völlig unbeeindruckt von der Prüfungssituation und strahlte so viel Vergnügen, Leichtigkeit und Selbstsicherheit aus, dass er mich einfach mitriss. So wuchsen wir während der Vorführung mehr und mehr zu einer harmonischen Einheit zusammen und wurden dafür mit einer Traumbewertung belohnt.
Es war die kürzeste Schlussbesprechung meiner hundesportlichen Laufbahn: „Sehr triebiger Hund, sehr aufmerksame Arbeit von Seiten des Hundes und der Hundeführerin und umgekehrt. An dieser Unterordnung war so gut wie nichts zu bemängeln – danke schön!“ Oops – das war schon alles? Wieviele Punkte das wohl waren? Leistungsrichter Gutheil sagte es nicht, offenbarte es aber später in einer stillen Minute: 60 Punkte – Höchstnote!!!
Aber noch konnten wir uns auf den Lorbeeren nicht ausruhen. Meine Horrorvision, der Verkehrsteil, nahte unausweichlich. Zwecks möglicher Schadensbegrenzung ging ich in der Mittagspause vorsorglich mit Chaya und Asterix auf Tour und ließ die beiden toben bis zum Umfallen. Als letzten Kick schickte ich den Bub (was ihm sonst verboten ist) auf fröhliche Rabenjagd, bis ihm die Zunge so richtig am Boden hing. Mein ausgepowerter Asterix war nun die ideale Ausgangsbasis für den Verkehrsteil.
Den brachten wir dann auch geradezu entspannt hinter uns, bis … ja, bis ich doofes Frauchen nicht aufpasste, das im Gegenlicht herannahende radelnde Kind (Bestandteil des Verkehrsteils) zu spät bemerkte und Asterix wegen meines immer noch nicht ausgeheilten linken Tennisarms nicht daran hindern konnte, hin zu stürmen und es neugierig zu beschnuppern. Weia, diese Aktion hätte uns den Kopf kosten können! Leistungsrichter Gutheil war von der Harmlosigkeit des Zwischenfalls wohl nicht ganz überzeugt und baute nachher in der Personengruppe noch eine Überprüfung der besonderen Art ein: Er lehnte sich an Asterix und drückte ihm kräftig das Knie in die Seite. Der Bub reagierte darauf nicht im Geringsten, er schaute ihn nicht einmal an. Damit hatten wir uns als verkehrstauglich erwiesen und die BH bestanden.
Mein Fazit aus der Prüfung:
- Asterix´ Umweltverhalten ist reine Gewöhnungssache. Wir müssen unbedingt wieder mehr Menschen- und Hundekontakte pflegen. Die erste Verabredung hatten wir schon und sie lief prächtig.
- Meine exotische Ausbildungsweise – Aufbau ganz ohne Leine über Futter/Ball/Clicker, Fehler vermeiden/ignorieren statt korrigieren, sehr viele einprägsame Wiederholungen statt Absicherung - ist goldrichtig. Wie Chaya lässt sich auch Asterix in Prüfungssituationen nicht von meiner Nervosität anstecken. Beide Hunde arbeiten völlig frei und selbstsicher, weil sie stressfrei gelernt haben. Was will ich mehr?
Inzwischen habe ich es zwar geschafft, das Video zu bearbeiten und hoch zu laden. Die zuvor in mühevoller Kleinarbeit erstellten Bildausschnitte werde ich aber deswegen nicht wegwerfen...
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