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Chaya-WH: Auch diesmal ließ Chaya ihre übliche Vorprüfungserkrankung nicht aus. Zur Abwechslung war es keine Verletzung, sondern eine Blasenentzündung, die wir dank Homöpathie schnell in den Griff bekamen.
Am Prüfungstag war mein Mädel wieder allerbester Stimmung und zeigte in der Wachhundprüfung eine sagenhafte Unterordnung mit nur einem einzigen Fehler: Für ein zögerliches Sitz aus der Bewegung verloren wir 1 Punkt, das war alles. LR Horst Müller war ganz hingerissen von der Vorführung, vor allem von unseren IPO-Wendungen.
In den späteren Bewachungsübungen konnte Chaya allerdings nicht ganz so überzeugen. Das lag hauptsächlich daran, dass sie diese nicht wie im Training am Geschirr, sondern am Kettenhalsband absolvierte. Das ist bei ihr normalerweise gar nicht möglich, weil sie aus anatomischen Gründen beim Hetzen am Halsband keine Luft mehr bekommt (wegen Sauerstoffmangel ist sie mir sogar schon umgekippt) und dann das Bellen einstellt. Für´s Bestehen der Prüfung hat es trotzdem locker gereicht.
Jetzt habe ich also eine ausgesprochene Rarität daheim - einen „geprüften Wachhund“.
Das Video der Wachhundprüfung ist bei Chaya-WH hinterlegt.
Asterix-VPG 2: Die Unbefangenheitsprobe absolvierte diesmal auch ich fast unbefangen, denn Asterix´ Sozialverhalten bewegt sich mittlerweile – dank Agility! – in akzeptablen Bahnen.
Fährte: Meine allergrößte Sorge war, dass Asterix nicht würde suchen können. Ihm lief nämlich schon seit Tagen die Nase! Zudem wehte am Prüfungstag ein starker kalter Wind. Die U-Fährte lag rechts herum genau quer zur Windrichtung. Den 1. Schenkel und 1. Winkel erkämpfte sich Asterix unter kräftigem Seitenwind von rechts. Mehrmals vergewisserte er sich mit dem Wind nach links, ohne die Fährte zu verlassen. Den 1. Gegenstand verwies er sofort und gerade. Den 2. und 3. Schenkel (Gegenwind/Seitenwind von links) suchte er ruhig und ohne Abweichungen. Den 2. Gegenstand verwies er windbedingt leicht seitlich versetzt. 98 Punkte – wow!
Unterordnung: Hier trat ich mit nackter Versagensangst an. Schließlich bin ich Perfektionistin und stelle in meiner Lieblingsdisziplin allerhöchste Ansprüche an mich selbst. Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, meinen Triebbolzen Asterix vor Antritt der Freifolge so zu entspannen, dass er sofort seinen typischen Laufstil aufnimmt. Und beim Apportieren fehlt uns nach wie vor der optimale gemeinsame Nenner. Ein Außenstehender, der unseren Trainingsstatus nicht kennt, wird natürlich nichts vermissen, sondern das beurteilen, was er vor sich sieht: technisch saubere Arbeit. So war es denn auch in der Prüfung. Das „Tüpfelchen auf dem I“ fehlte zwar, aber bis auf ein paar Kleinigkeiten gab es denn auch nichts zu bemängeln. 96 Punkte – ich war sprachlos…
Schutzdienst: Seit Wochen war ich wie besessen von dem Gedanken, dass sich Asterix nicht vom Versteck würde abrufen lassen und diese Übung zugleich die erste und letzte wäre. Gehorsam im SD ist eh nicht so sein Ding und hier stellte sich dieser sture graue Esel geradezu taub. Während die heimischen Trockenübungen in der Praxis versagten, erwies sich Zwang wie immer als Nervenkiller. Wen interessiert dann noch das bisschen Vorprellen beim Rückentransport…
In meiner Panik nahm ich meinen Hund weit stärker als sonst in den Gehorsam und das war des Guten eindeutig zu viel. Der Bub war auf einmal verdächtig führig, er flitzte vor meinen ungläubigen Augen auf einmaliges Kommando mit einem Riesensatz aus dem Verbellversteck. Doch es kam, wie es kommen musste: Der aufgestaute Druck brach sich nach vorne Bahn und Asterix explodierte unkontrolliert am Helfer. Ich war schockiert, wie er sich da lauthals randalierend in den Ärmel stürzte, schüttelte und wiederholt zornig nachsetzte . Derartige Kampfszenen hatten wir doch im Training schon längst hinter uns gelassen! Nun, die außergewöhnliche Führigkeit bei gleichzeitig wütenden Anbissen zog sich durch den gesamten SD. Oje, mir schwante Schlimmes!
Der LR war sichtlich enttäuscht, hatte er doch auch im Schutzdienst große Erwartungen in meinen Hund gesetzt. Er meinte, wenn die Griffe gestimmt hätten, wäre es ein 99er SD gewesen. Der 1 Punkt Abzug war das Vorprellen im Rückentransport… So aber gab es „nur“ 89 Punkte – TSB: ausgeprägt – mit dem Ausblick, dass ein so junger Hund ja noch lernfähig ist.
Trotz SD wurde es also doch noch ein sehr ansehnliches Prüfungsergebnis: 98-96-89a = 283 Punkte/sehr gut. Das brachte uns dann auch noch den Tagessieg ein.
Dieses war der zweite Streich und der dritte folgt sogleich - am 18.11.2006 in Muggensturm...
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