2006 - VPG 3

 

 

 

 

 

Prüfung am 18.11.2006 beim Boxer-Klub Muggensturm oder “Das hat er noch nie gemacht!”

 

Ergebnisse:

 

Asterix:

VPG 3 (97-88-97a = 283 Punkte/SG)

 

Na so eine Überraschung! Habe ich doch tatsächlich ganz unerwartet Bilder von der VPG 3 bekommen. Ich hatte gedacht, es gibt gar keine. Vielen Dank, Katja und Daniel!

Und nun endlich mein Bericht:

Noch schwer mitgenommen von den Strapazen der letzten Wochen haben wir uns exakt 13 Tage nach der VPG 2 der VPG 3 gestellt. 13 ist eigentlich meine Glückszahl, aber diesmal lief es beileibe nicht so glatt wie sonst.

Fährte: Nachdem wir ganzjährig auf Acker gesucht hatten, musste ich Asterix in der kurzen Zeit zwischen VPG 2 und VPG 3 auf Wiese umstellen. Das hatte ich mir leichter vorgestellt. Aber selbst schuld - ich konnte es wieder mal nicht lassen, hie und da etwas Neues auszuprobieren, und das musste Asterix erst einmal verarbeiten. So brauchte es 8 große Übungsfährten in 9 Tagen auf verschiedenartigstem Bewuchs, bis ich uns für prüfungsreif befand.

Wir hatten ein sehr schönes Prüfungsgelände: niedrige, satte Wiese in leichter Hanglage. Ich zog Los 2, ein „R“ . Beanstandet wurde nur ein kurzes seitliches Abweichen am 2. Winkel. 98 Punkte – die Mühe hat sich also gelohnt! Das Aufatmen war leider nur von kurzer Dauer…

Unterordnung: In meiner Lieblingsdisziplin schlug es sprichwörtlich 13: Zehn Punkte in der Ablage verloren – das tut verdammt weh!!!

Ich hatte zuerst abzulegen. Mangels Markierung legte ich Asterix gegenüber von Versteck 1 ab, um dann in der vorgeschriebenen Entfernung von mehr als 30 Schritten im nächstliegenden (auf diesem Platz das 4.) Versteck außer Sicht zu gehen. Doch nun nahm das Verhängnis seinen Lauf.

LR Egon Hirsch sprach mich an, ich solle mich weiter zum Versteck 6 begeben. Ich bestätigte mit „ja“, nicht bedenkend, dass das eines meiner Auflösekommandos ist, und nahm den Weg wieder auf. Aufpasser Asterix konnte die merkwürdige Szene nicht einordnen und ging hinter meinem Rücken in Habachtstellung. Ich bin mir sicher, er hätte sich wieder beruhigt und wäre liegen geblieben, wenn es „normal“ weiter gegangen wäre. Schließlich hat mein Hund noch niemals selbstständig die Ablage verlassen!

Doch dann lief die Sache so richtig aus dem Ruder. Zu allem Überfluss war die Vorführung unseres Partnerteams vorzeitig freigegeben worden und so fielen schon kurz nach meinem „Ja“ die Schüsse. Damit war das Chaos perfekt. Asterix verstand nur noch Bahnhof und preschte mir nach. Als er mich erreichte, war ich erst in der Mitte zwischen Versteck 4 und 6. So eine Situation ist natürlich höchst missverständlich und so standen wir aus heiterem Himmel vor einem Abbruch wegen fehlender Schussgleichgültigkeit!!!

Jedenfalls ordnete der LR sofort eine weitere Schussüberprüfung in der Ablage an. Diese erfolgte erst, nachdem ich ungestört meinen Weg zu Versteck 6 zurückgelegt hatte und außer Sicht war. Diesmal ließ Asterix alles völlig ungerührt über sich ergehen und zeigte eine perfekte Ablage bis zum Schluss der Vorführung unseres Partnerteams. Ich selbst war jedoch mittlerweile reif für die Klapse und an eine freudig-lockere Unterordnung war nun wirklich nicht mehr zu denken.

Dafür, dass Asterix meine Nervosität ungefiltert abbekam, schlug er sich mehr als tapfer. Allerdings stand er die ganze Zeit kurz vorm Explodieren und sein typischer lockerer Laufstil ging verloren. Wer aber seine wirklichen „Fähigkeiten“ nicht kennt, vermisst nichts, denn auch ein „schlechter“ Laufstil sieht bei ihm noch ansprechend aus und technisch ist ohnehin kaum etwas auszusetzen. Wir verloren nur je 1 Punkt für ein schräges Sitz aus der Bewegung und ein kurzes Knautschen im Vorsitz beim Apportieren über die Schrägwand. Ohne die verpatzte Ablage wäre es also eine 98er UO gewesen *seufz*.

Mit den 10 Punkten Abzug kann ich mich nicht einfach so abfinden, da mir das an die Ausbilderehre geht. Klar, traditionell hat der LR immer Recht. Und wenn der betont, „Ablegen unter Ablenkung“ heißt unter wirklich allen nur denkbaren Umständen und Widrigkeiten, hat man das hinzunehmen – basta! Asterix hätte sich ja nicht ablenken lassen müssen… Nun - trainiert wird aber üblicherweise das, was im Reglement steht. Und dieses besagt jedenfalls nach meiner persönlichen Lesart: Der HF entscheidet, ob er sich über die Mindestschrittzahl hinaus entfernen will und geschossen wird erst nach dem Außer-Sicht-Gehen des HF (Nrn. 7 und 14 des AZG-LR-Leitfadens).

Die Gretchenfrage ist also: Reglement falsch interpretiert, zu schematisch trainiert? Oder war alles nur eine Verkettung unglücklicher Umstände? Die Antwort darauf überlasse ich dem geneigten Leser…

Schutzdienst: Im Gegensatz zur VPG 2 hat Asterix nicht im Ärmel randaliert, war aber geladen bis zur Oberkante und extrem schwer zu führen. Ein wahres Highlight war allerdings das Revieren (wir praktizieren echtes Heranrufen zum HF, nach Freigabe startet er blitzartig durch), auch die Bewachungsphasen entwickeln sich zur Augenweide (ich lasse ihn nach dem Herantreten noch eine Weile durchbellen, danach lässt er sich schlagartig abstellen). 97 Punkte, ich war sprachlos. Jetzt müssen wir die Leistung noch stabilisieren und weiter ausbauen.

Nach bestandener Prüfung stand ich übrigens eine gute Viertelstunde völlig blutleer und mit Schüttelfrost am Auto…

zum Seitenanfang

nächste Seite

...

banner-unten-links

Stand: 21.11.2007

banner-unten-rechts